Unehrlich und kurzsichtig

 

40% der im letzten Jahr stellungspflichtigen jungen Männer waren militärdienstuntauglich (NZZ am Sonntag v. 6. Januar 2008). – Der neu verordnete Wachtdienst mit geladener Waffe sei generell inakzeptabel (Tages-Anzeiger v. 9. Januar 2008). – Kampfjets der Schweizer Luftwaffe sollen in touristisch genutzten Erholungsgebieten in Friedenszeiten keine militärischen Übungen mehr durchführen (Abstimmungsvorlage für 24. Februar 2008).

40% der Stellungspflichtigen sehen sich also nicht mehr in der Lage eine Waffe oder einen Rucksack zu tragen. Den verbliebenen Tauglichen widerum traut man im Wachtdienst zur Sicherung von Waffen- und Munitionsdepots keine Verantwortung (mehr) zu. Die Luftwaffe soll in der Schweiz am Boden bleiben, weil sie Touristen von osteuropäischen und asiatischen Grossmächten verscheuchen könnte…

Diese schleichende Erosion der Armee gibt nicht nur zu denken, sondern könnte – gerade in der heutigen Zeit – auch gefährlich kurzsichtig sein. Die Armee ist keine Kostümparty und nicht Selbstzweck, sondern hat neben der Bevölkerung und dem Territorium auch unsere Demokratie und vor allem unsere sozialen Errungenschaften zu sichern. Dazu soll sie auch im Stande sein und bleiben. Entweder man hat eine Armee oder man hat keine! Ich bin gegen eine Abschaffung der Armee in Raten bzw. deren Einschränkung, wie sie die Volksinitiative „Gegen Kampfjetlärm in Tourismusgebieten“ letztlich zur Folge hätte. Die Vorlage ist unehrlich, kurzsichtig und folgt dem verpönten St. Florian’s-Prinzip. Deshalb ein klares NEIN zu diesem Initiativbegehren am 24. Februar 2008.

 

Patrick Schönbächler, Kantonsrat, Einsiedeln.